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#10: denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule

10.03.2014
Das „denkmal aktiv“-Team am Friedrich-Rückert-Gymnasium, Ebern in der Synagoge Memmelsdorf / Foto: Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

Denkmale sind Teil unserer Kultur und Geschichte und spielen daher eine wichtige Rolle in der Erfahrungswelt eines jeden Menschen. Sie prägen unser Lebensumfeld, sie sind Teil unseres Alltags, sie sind Orte, in denen wir leben, wo wir lernen, arbeiten oder uns erholen. Als Teil unseres Alltags sind Denkmale also wichtige Bezugspunkte der Identifikation und Ausdruck von Heimatgefühl. Als Teil unserer Geschichte sind Denkmale überdies Orte, wo unser kulturelles Gedächtnis gespeichert ist. Als historisches Zeugnis und authentische Quelle geben sie Auskunft über Leben, Arbeiten und Handeln früherer Generationen und stehen für gesellschaftliche, künstlerische oder technische Entwicklungen. Historische Bauten und Stätten sind somit wichtige Knotenpunkte für das Verständnis von Vergangenheit und Gegenwart und für die Gestaltung der Zukunft.

Die gesellschaftliche Verantwortung für einen verantwortungsvollen Umgang sowie für den nachhaltigen Erhalt des kulturellen Erbes legt es nahe, bereits junge Menschen für die Themen Kulturerbe und Denkmalschutz zu sensibilisieren, den Wert der gebauten Geschichte bewusst zu machen und als Teil der kulturellen Bildung zu vermitteln. Mit „denkmal aktiv – Kulturerbe macht Schule“ hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ein Programm ins Leben gerufen, mit dem die Stiftung sich für die kulturelle Bewusstseinsbildung von Kindern und Jugendlichen einsetzt und gemeinsam mit ihren Partnern schulische Projekte zu den Themen Kulturerbe und Denkmalschutz fördert.

Seit dem Start von „denkmal aktiv“ im Schuljahr 2002/03 bildet die bundesweite Initiative den thematischen und organisatorischen Rahmen, den Schulen mit alters- und schulformgerechten Projekten zu einem Kulturdenkmal in ihrer Region füllen. Dabei sind die Möglichkeiten, ein „denkmal aktiv“-Projekt durchzuführen, ebenso vielfältig wie die Themen, mit denen sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern – und in Zusammenarbeit mit fachlichen Partnern – auseinandersetzen. Je nach schulischer Voraussetzung, kann die Umsetzung in einer AG mit Schülern unterschiedlicher Klassen und -stufen geschehen, unterrichtsbegleitend bzw. fächerübergreifend umgesetzt, oder auch als unterrichtlicher Schwerpunkt realisiert werden.

So eröffnet beispielsweise der interdisziplinäre Ansatz der Fächer Kunst und Geschichte interessante Synergieeffekte: Geschichte wird über die Denkmale unmittelbar erlebbar, aber auch Charakteristika der künstlerischen Gestaltung beziehungsweise der handwerklichen Ausführung lassen sich am Objekt nachvollziehen. Fragen nach Zustand und Erhalt, Wert und Bedeutung schließen sich an. Aber auch Bezüge zu weiteren, wie etwa den naturwissenschaftlichen Fächern lassen sich herstellen, wenn es etwa um Materialeigenschaften, Umwelteinflüsse auf Gesteinsarten oder auch um die Entstehung von Biotopen in historischen Mauerwerken geht.

Unabhängig davon, wie das Projekt inhaltlich ausgerichtet ist, wesentliches Element der schuljahresübergreifenden Projektarbeit ist immer, dass sich die Schülerinnen und Schüler praktisch und theoretisch mit den geschichtlichen Zeugnissen auseinander setzen. In Projekteinheiten vor Ort erkunden sie das Objekt und sammeln Informationen zu „ihrem“ Kulturdenkmal. Zu speziellen Fragestellungen recherchieren die Schülerinnen und Schüler in Archiven und Bibliotheken oder führen Interviews mit Zeitzeugen und versuchen so, die oft komplexe Geschichte des Ortes zu erfassen. Begleitet werden sie von außerschulischen Partnern – Denkmalpflegern, Bauforschern, Restauratoren oder Handwerkern, Architekten oder Historikern. Sie unterstützen die Projektarbeit aber nicht nur fachlich, sie geben den Schülerinnen und Schülern auch interessante Einblicke in ihre jeweiligen Berufsfelder.

Abschließend werden die Projektergebnisse von den Schülerinnen und Schülern dokumentiert und aufbereitet. Ob Plakat oder Flyer, ein Aufsatz in der Schulzeitung, ob Broschüre oder Audio-Guide, eine Internetseite, eine Ausstellung oder Führungen – all dies sind Möglichkeiten, die Ergebnisse zu präsentieren, das erlernte Wissen an andere weiterzugeben, oder Möglichkeiten kennen zu lernen, sich für den Erhalt des kulturellen Erbes zu engagieren.

Zu den festen Bestandteilen eines jeden „denkmal aktiv“-Jahres gehören schließlich Teilnehmertreffen im Herbst und im Frühjahr mit einem Programm aus fachlich angeleiteten Workshops und thematischen Arbeitskreisen für Schüler und Lehrer. Über den fachlichen Input hinaus bieten die Veranstaltungen Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch sowie die Möglichkeit zur Vernetzung der Teilnehmenden und ihrer Aktivitäten.

Seit dem Start von „denkmal aktiv“ haben die Stiftung und ihre Partner bundesweit rund 840 Schulprojekte gefördert (Stand Schuljahr 2013/14). „denkmal aktiv“ steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen UNESCO-Kommission und wird von verschiedenen Ministerien der Länder und von Kultureinrichtungen unterstützt.

Hinweise zu Bewerbung, Teilnahme und Förderung

  • Zielgruppe: „denkmal aktiv“ richtet sich an allgemeinbildende und berufsbildende Schulen der Sekundarstufen I und II sowie an Einrichtungen der Lehreraus- und -fortbildung.
  • Teilnahme: Ausschreibung und Bewerbung jährlich zwischen März und Mai. Die Ausschreibung zur Bewerbung um Teilnahme im Schuljahr 2014/15 beginnt am 18. März 2014 und endet am 19. Mai 2014.
  • Download der Ausschreibungs- und Bewerbungsunterlagen unter www.denkmal-aktiv.de, auf Wunsch werden sie auch postalisch oder per E-Mail verschickt
  • Die Auswahl der Teilnehmenden erfolgt über eine Jury. Schulen, die an „denkmal aktiv“ teilnehmen, werden mit rund 2.000 Euro (Projekt/Schuljahr) unterstützt.
  • Materialien: Allen interessierten Lehrern stehen die „Arbeitsblätter für den Unterricht zu den Themen Kulturerbe und Denkmalschutz“ zur Verfügung, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz im Rahmen des Schulprogramms herausgibt. Die Materialien bieten einen Einstieg in die Themen kulturelles Erbe und Denkmalschutz sowie zahlreiche Ansätze, die themenbezogene Projektarbeit mit dem Unterricht zu verbinden. Die Unterrichtsmaterialien können kostenlos angefordert werden und stehen überdies unter www.denkmal-aktiv.de zum Download zur Verfügung.

Kontakt:
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Dr. Susanne Braun
Schlegelstraße 1
53113 Bonn

Telefon: 0228 9091-450
Fax: 0228-9091-409

E-Mail: susanmne.braun@denkmalschutz.de
Internet: www.denkmalschutz.de und www.denkmal-aktiv.de

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt der Woche.

Zu den bisherigen Projekten der Woche gelangen Sie hier.

 

Denkmale und ihr bauhistorischer Wert wie auch ihre ökologische Bedeutung waren das Thema des Projekts „Mauerblümchen“ an der Knobelsdorff-Schule in Berlin. © Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn / Foto: Wolfgang Kaleß, Berlin
Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Denkmalpflege | Thema: Schulische Bildung | Textsorte: Projekt der Woche |