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#104: Jugend hackt - Mit Code die Welt verbessern

25.01.2016
CC-BY 4.0 Jugend hackt / Foto: Leonard Wolf

Was ist Jugend hackt?

Jugend hackt ist ein Programm zur Förderung des Programmiernachwuchses. Während Wettbewerbe wie „Jugend musiziert“ und „Jugend forscht“ seit Jahrzehnten etabliert sind, finden junge Talente aus dem Bereich der Soft- und Hardwareentwicklung kaum Platz in den staatlich geförderten Initiativen. Seit 2013 veranstalten die Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade deshalb Jugend hackt, eine inzwischen erfolgreich etablierte Hackathon-Reihe für Jugendliche aus ganz Deutschland.

„Mit Code die Welt verbessern“ - das ist das Motto von Jugend hackt. Gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten tüfteln die Jugendlichen mithilfe von Open Data an Prototypen, digitalen Werkzeugen und Konzepten für ihre Vision einer besseren Gesellschaft. Dabei werden die sie von ehrenamtlichen, technisch versierten Mentor*innen begleitet. Es ist das Ziel von Jugend hackt, die vorhandene Programmierbegeisterung der Jugendlichen zu fördern und sie gleichzeitig für die gesellschaftspolitische Verantwortung ebendieser Fähigkeiten zu sensibilisieren.

Was passiert bei Jugend hackt?

Dabei entwickeln sie Projekte, wie beispielsweise TreeFi, das Umweltschutz mit Freifunk mit einander verknüpft. Durch Fahrrad fahren oder schaukeln wird eine Bewässerungsanlage angetrieben, die einen Baum versorgt. An diesem wiederum wurde ein Freifunk W-LAN Hotspot angebracht. Erst wenn der Baum genügend Wasser hat, wird der Hotspot angeschaltet und man kann surfen.

Oder GermanySaysWelcome, eine App, die Geflüchteten dabei hilft sich im deutschen Antragssystem zurechtzufinden und sich mit Helfer*innen zu vernetzen. Entstanden ist die App bei Jugend hackt West in Köln. Das Land NRW war so begeistert von der Idee, dass sie inzwischen das Projekt fördern und die App ab Februar im Bundesland zum Einsatz kommen soll.

Um Überwachung geht es bei PrivacyPatch. Mit Hilfe einer speziellen Handyhülle wollen die Teilnehmenden verhindern, dass die Kamera ungewollte Aufnahmen macht - sozusagen den Klebezettel am Laptop für das Smartphone.

Über 60 solcher Projekte sind 2015 auf fünf Jugend hackt-Veranstaltungen in ganz Deutschland entstanden. Zu Themen wir #refugeeswelcome, Überwachung oder Zukunftsstadt haben die Teilnehmenden bewiesen, dass sie tolle technische Lösungen für gesellschaftliche Fragestellungen entwickeln können.

Wie geht es 2016 weiter?

Auch 2016 möchten die Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade wieder 5 Events auf die Beine stellen, aber auch neue Formate für neue Zielgruppen entwickeln. In Planung sind Jugend hackt Nord in Hamburg, Süd in Ulm, Ost in Dresden und West in Köln. Im Oktober soll dann erneut die große Abschlussveranstaltung in Berlin stattfinden. Für diese Vorhaben benötigen sie Unterstützung, zum Beispiel indem man mitmacht oder indem man spendet.

Außerdem gehört es zum politischen und pädagogischen Selbstverständnis der Open Knowledge Foundation Deutschland und mediale pfade Wissen transparent und nachnutzbar zu machen. Bereits 2015 haben sie deshalb das Konzept hinter Jugend hackt verschriftlicht und werden es im März als OER Handbuch „Jugend Hackathons“ veröffentlichen.

Einen guten Eindruck von der Veranstaltung vermittelt das Video „Jugend hakt 2015“!

Hier erfahren Sie mehr über das Projekt der Woche.

Zu den bisherigen Projekten der Woche gelangen Sie hier.

Mentorin mit Teilnehmerinnen: CC-BY 3.0 Jugend hackt / Foto: Leonard Wolf
Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär, Medien | Thema: Außerschulische Kinder- und Jugendbildung | Textsorte: Projekt der Woche |