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Integration Geflüchteter durch Medienpädagogik fördern. GMK stellt Ergebnisse ihrer Mitgliederbefragung für Medienprojekte vor

13.01.2016

Als medienpädagogischer Dach- und Fachverband hat die Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur (GMK) in Kooperation mit der Universität Paderborn ihre über 1000 Mitglieder zu medienpädagogischen Aktivitäten mit Geflüchteten befragt und künftige Bedarfe ermittelt. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die medienpädagogische Arbeit mit Geflüchteten bisher noch am Anfang steht. Zugleich gibt es einige Projekte, die zeigen, wie sich medienpädagogische Praxis in der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen gestalten kann.

Zumeist geht es um medienpraktisch angelegte Aktivitäten (71%) – etwa fotografische Stadteilerkundungen oder selbstproduzierte Erklärfilme (Tutorials). Zielgruppe sind vorwiegend Jugendliche (75%) und Kinder (47%). Dagegen werden Erwachsene (17%) oder gemischte Altersgruppen (31%) bislang weniger angesprochen. Thematisch geht es überwiegend um Aspekte des Selbstwertgefühls (73%), um Partizipation (61%), Sprachförderung (59%) oder auch um integrationsbezogene Medienarbeit (57%). Viele Angebote sind in die interkulturellen Angebote der Einrichtungen integriert und werden teils von Ehrenamtlichen unterstützt.

Die Mitglieder der GMK sehen aufgrund der Erfahrungen in diesen innovativen ersten Vorhaben einen hohen Bedarf, Medienarbeit mit Flüchtlingen und damit die interkulturelle Arbeit insgesamt zu stärken. Um die Alltagsbewältigung von Flüchtlingen zu unterstützen und Möglichkeiten des Medienkompetenzerwerbs zu eröffnen, sind koordinierte, weitreichende und nachhaltige Maßnahmen dringend notwendig. Die GMK-Mitglieder wünschen sich insbesondere finanzielle Förderungen und gezielte Förderprogramme, um medienpädagogische Arbeit mit Flüchtlingen besser umsetzen zu können, neben sprachlicher Unterstützung durch Muttersprachler oder Dolmetscher.

Darüber hinaus schlägt die GMK folgende Maßnahmen vor:

  • Bereits vorhandene Aktivitäten sind zu bündeln und sichtbar zu machen, damit andere aus den Good-Practice-Beispielen lernen können.
  • Multiplikator*innen sollten medienpädagogisch und interkulturell geschult werden, damit medienpädagogische Aktivitäten in die Breite getragen werden können. Das beginnt bei der Fortbildung von Erzieher*innen, reicht über die Fortbildung von Lehrkräften bis hin zu Sozialarbeiter*innen und Therapeut*innen.
  • Um die Sprachprobleme zu reduzieren, wäre es u.a. hilfreich, Flüchtlinge, beispielsweise im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres, in die medienpädagogische Arbeit mit Geflüchteten einzubeziehen.

Die ausführliche Erklärung zur Befragung der GMK finden Sie hier.

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär, Medien | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Meldung |