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Kinderbuchautor Otfried Preußler ist tot

20.02.2013
Otfried Preußler. Foto: Francis Koenig/Thienemann Verlag

Wer kennt sie nicht: die kleine Hexe, den kleinen Wassermann, den Räuber Hotzenplotz, das kleine Gespenst, schließlich den Müllerburschen Krabat, der in eine Zaubermühle gerät und dort spannende Abenteuer zu bestehen hat, bevor er sein Glück findet. Und viele, viele andere Figuren, die uns der Kinderbuchautor Otfried Preußler geschenkt hat. Preußler ist nun – im Alter von 89 Jahren – in Prien am Chiemsee gestorben. Er hinterlässt eine nicht zu zählende Fangemeinde: Generationen von begeisterten Lesern; viele sind inzwischen längst Eltern oder Großeltern, die ihren Kindern und Enkeln die Liebe zu den Kinderbüchern von Otfried Preußler weitergeben. Der beliebte Autor wurde in Reichenberg in Böhmen geboren und erhielt schon früh einen tiefen Einblick in die Volkssagen seines Landes. 1942 wurde er Soldat, geriet 1944 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und musste fünf Jahre lang in unterschiedlichen Lagern der Sowjetunion verbringen. Nach dem Krieg wurde er Lehrer in Bayern. Schriftsteller war er zunächst nur im Nebenberuf, bis 1970 war er noch in seinem gelernten Beruf, zuletzt als Rektor einer Volksschule tätig. Preußler wurde mit unzähligen Preisen ausgezeichnet. Dazu gehören der Deutsche Kinderbuchpreis, der Europäische Jugendbuchpreis sowie der Jugendbuchpreis des polnischen Verlegerverbandes. Die schönste Auszeichnung aber ist die Begeisterung, mit der auch heute noch Kinder seine Bücher lesen.

Michal, einer der Mitgesellen des Müllerburschen Krabat, sagt nach dem mysteriösen Tod seines Vetters Merten zu Krabat: "Die Toten sind tot, sie werden nicht wieder lebendig, wenn man von ihnen spricht. Also versuch ihn zu vergessen." Von Otfried Preußler werden wir weiter sprechen. Und vergessen werden wir ihn ganz sicher nicht.

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Region: International, Bundesweit | Sparte: Literatur/ Lesen | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Meldung |