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News zur Buchmesse 2013: Digitale Vermittlung

12.10.2013
CONTEC auf der Buchmesse. Foto: Bernd Hartung

Vom 9. bis 13. Oktober 2013 findet in Frankfurt die große Buchmesse statt – neben der Leipziger Buchmesse das große Buchmarktereignis des Jahres. In dieser Woche gibt es an dieser Stelle deshalb täglich eine Nachricht zum Buchmarkt, zur Buchmesse oder zum Thema Jugendliteratur.

Seit einigen Jahren steht das Thema „elektronisches Publizieren“ hoch im Kurs – vor allem im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse, von der man sich einen Überblick über neue digitale Trends, Techniken und Leseverhalten erwartet. „Die Frankfurter Buchmesse präsentiert die ganze Bandbreite an digitalen Trends und technologischen Entwicklungen in der Publishing Branche“, kündigt die Messe an. Ausstellungsflächen, Veranstaltungen und Konferenzen zeigten schon jetzt, wie Inhalte in Zukunft transportiert werden. Neu in diesem Jahr: Die CONTEC Frankfurt, die im Rahmen der Buchmesse die internationale Verlagslandschaft an einen Tisch bringt: „Inhalte sind bei CONTEC nicht mehr getrennt von Technologie: Beide Welten sind miteinander verschmolzen,“ – so steht es in der Ankündigung der Veranstaltung.

Wie sieht es aus mit den neuen Technologien im Buchmarkt? Eine soeben erschienene Studie von PricewaterhouseCoopers (PwC) kündigt rasante Entwicklungen auf dem E-Book-Markt an. „Die Umsätze mit belletristischen E-Books in Deutschland haben sich in nur einem Jahr fast verdreifacht und konnten dabei die Verluste aus dem Printbereich vollständig kompensieren“, heißt es in einer Meldung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. PwC erwarte, dass der Umsatz mit E-Books im Bereich Belletristik, inklusive Kinder- und Jugendliteratur, bis 2017 852 Millionen Euro erreichen werde. Das würde einem durchschnittlichen jährlichen Anstieg von 43 Prozent und einem Anteil von mehr als 16 Prozent am Gesamtmarkt für Belletristik entsprechen. Im Übrigen ergab die Studie auch, dass mehr Frauen als Männer sich für E-Books begeistern. Dabei machen sowohl die E-Book-Reader als auch die Tablet-PCs das Rennen.  

Aber, so Buchmesse-Direktor Juergen Boos in der Eröffnungs-Pressekonferenz: „Standards müssen sich nach Menschen richten.“ Technologische Standards müssten von der Gesellschaft der Verleger und Leser bewertet und ausgehandelt werden, um eine Vielfalt des Lesens und Publizierens zu erhalten. Boos spricht von einer „neuen Gründerzeit im Publishing“ und warnt gleichzeitig vor der Dominanz von Oligopolen. Und die Gefahrenbringer werden auch beim Namen genannt: „Apple, Amazon & Co. sind Kundenbindungsmaschinen, die nicht nur den E-Commerce beherrschen, sondern auch die Endgeräte – und damit den Kunden im Griff haben“, so Boos. Dass diese Internet-Großkonzerne Verlage und – noch stärker – den stationären Buchhandel bedrohen, ist Dauer-Thema – nicht nur auf der Buchmesse. Buchhändler allerdings reagieren mit innovativen Ideen. „Die kleineren unabhängigen Sortimenter sind auf dem Vormarsch und entwickeln sich mehr und mehr zu Concept Stores, die Themenwelten inszenieren“, berichtet Boos.

Ein SZ-Blogger drückt seine Eindrücke des digitalen Buchmarktes etwas anders aus: „Selbstverleger, epublishing ist ein heißer Scheiß hier auf der Messe.“ Und so ist auch in diesem Jahr zwar viel die Rede von E-Book, tablet, Versanhandel etc. – aber im Mittelpunkt steht immer noch das Buch – schwerpunktmäßig Literatur aus Brasilien, dem Gastland 2013. Im Mittelpunkt stehen außerdem das Thema „Rechte und Lizenzen“ – und die „kids“, die als Marktpotenzial der Zukunft einmal mehr die Aufmerksamkeit von Verlegern wie Händlern auf sich ziehen. Siehe dazu auch die Studie des Börsenvereins zum Kinder- und Jugendbuchmarkt.

Enthalten in

Region: International, Bundesweit | Sparte: Literatur/ Lesen, Medien | Thema: Altersübergreifend, Aus- und Weiterbildung | Textsorte: Bericht |