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News zur Buchmesse 2013: Kinder- und Jugenbuchstudie 2013

10.10.2013
Aufbau der „Kids Bubble“ auf der AGORA der Frankfurter Messe. Foto: Peter Hirth

Vom 9. bis 13. Oktober 2013 findet in Frankfurt die große Buchmesse statt – neben der Leipziger Buchmesse das große Buchmarktereignis des Jahres. In dieser Woche gibt es an dieser Stelle deshalb täglich eine Nachricht zum Buchmarkt, zur Buchmesse oder zum Thema Jugendliteratur.

Pünktlich zur Eröffnung der Buchmesse stellten der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und die Arbeitsgemeinschaft von Jugendbuchverlagen (avj) die neueste Kinder- und Jugendbuchstudie „Marktentwicklung, Kaufverhalten, Konsumentenstrukturen und -einstellungen“ vor. Daraus geht hervor, dass Kinder- und Jugendbücher ein großes Marktpotenzial darstellen – und zwar sowohl für Verlage als auch für Buchhandlungen. Denn, so lautet ein Ergebnis der Studie: Kinder- und Jugendbücher werden vorwiegend in der Buchhandlung vor Ort gekauft. Internet- und Versandangebote spielen eine geringere Rolle. Die Lust am Stöbern und Schmökern, so scheint es, hat nicht an Bedeutung verloren. Und auch die gute Beratung vor Ort wird nach wie vor hoch geschätzt.

Die Studie besteht aus zwei Bausteinen: Beschäftigt sich der erste Teil mit der Marktentwicklung und dem Kaufverhalten im Kinder- und Jugendbuchmarkt, geht es im zweiten um Meinungen und Einstellungen zum Thema Kinder- und Jugendbücher aus der Konsumentenbefragung 2010 und 2013.

Gezeigt hat die Studie, dass immer mehr Käufer in diesem Warensegment unterwegs sind. Zwar war der Umsatz pro Käufer geringer als im Vorjahr, insgesamt sind die Verkaufszahlen leicht zurückgegangen. Aber immer mehr Käufer entdecken diesen Markt für sich beziehungsweise für eigene oder fremde Sprösslinge. Die Zahl der Käufer ist von 14,1 Millionen in 2011 auf 14,3 Millionen im Jahr 2012 gestiegen.

Entgegen aller Schwarzmalerei seien es gerade die Kinder- und Jugendlichen, die mit großer Begeisterung läsen und sich längst nicht nur mit Computern beschäftigten, erklärte Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins. Genau für diese Leser sei die Vermittlung und passgenaue Beratung wichtig, die der stationäre Buchhandel biete. „Ich finde, es ist ein großartiges Zeichen, dass dieses Angebot der Buchhandlungen von den Kindern und Jugendlichen so intensiv wahrgenommen wird“, so Skipis. Das Verlagsangebot werde als sehr gut bewertet, sagte Renate Reichstein, Vorsitzende der avj. Dafür spricht vielleicht auch die Tatsache, dass der Anteil der über 30-Jährigen, die Kinder- und Jugendbücher für den Eigenbedarf kaufen, steigt.

Besonderes Potenzial bieten vor allem die männlichen Leser und Käufer: Ihr Anteil an Kinder- und Jugendbuchkäufern nimmt zu und lag 2012 bei 36 Prozent (2009: 33 Prozent). Besonders stark ist diese Steigerung bei den 10- bis 15-jährigen Jungen. Ebenfalls zugenommen hat der Anteil an Spontankäufen im Kinder- und Jugendbuchsegment. Auch hier sind es vor allem Männer, die ohne vorherige Kaufabsicht Kinder- und Jugendbücher erwerben.

Ein besonders interessantes Ergebnis der Studie: Digitale Formate spielen im Kinder- und Jugendbuchmarkt noch eine untergeordnete Rolle: Lediglich ein Prozent der Käufe entfielen 2012 auf E-Book-Titel. Dabei können sich laut Befragung eher die männlichen Leser, Jungen wie Erwachsene, vorstellen, künftig Kinder- und Jugendbücher digital zu lesen als die weiblichen. Etwa ein Viertel der Kosumenten kaufen ein Kinder- und Jugendbuch übrigens für sich selbst, 75 Prozent beglücken Haushaltsmitglieder oder andere Personen damit.

Die Vollversion der Studie ist ab dem 24. Oktober 2013 hier erhältlich. Sie kostet 50 Euro. Mitglieder der avj und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels erhalten sie kostenfrei

Enthalten in

Region: Bundesweit | Sparte: Literatur/ Lesen | Thema: Altersübergreifend, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Frühkindliche Bildung | Textsorte: Meldung |