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UNESCO erkennt weitere 24 Traditionen als immaterielles Kulturerbe an - Für Deutschland: Orgelbau und -musik

12.12.2017

Das UNESCO-Komitee für Immaterielles Kulturerbe hat am 7. Dezember 2017 im südkoreanischen Jeju weitere 24 traditionelle Fertigkeiten und Wissensformen neu in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Neben dem Orgelbau und der Orgelmusik in Deutschland gehören dazu beispielsweise das Krugfest "Kumbh Mela" in Indien, die Kunst des neapolitanischen "Pizzaiuolo" in Italien und das traditionelle System der Wasserrichter im peruanischen Corongo. Damit umfasst die Liste, die die Vielfalt des immateriellen Kulturerbes weltweit abbilden soll, nun 398 Kulturformen.
Dezember.

Die Neueinträge in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes:
 
Deutschland: Orgelbau und -musik. Das Orgelhandwerk und die Orgelmusik prägen seit Jahrhunderten die Musiklandschaft und den Instrumentenbau in Deutschland. Orgelbau und Orgelmusik sind eng miteinander verbunden, da jedes Instrument speziell für den architektonischen Raum geschaffen wurde, in dem es gespielt wird. Die hochspezialisierten Kenntnisse und Fertigkeiten im Zusammenhang mit der Praxis wurden von Kunsthandwerkern, Komponisten und Musikern entwickelt. Es gibt heute rund 400 mittelständische Orgel-Handwerksbetriebe in Deutschland sowie einige größere Familienwerkstätten. Auszubildende erwerben praktische Erfahrungen und theoretisches Wissen in Betrieben, an Berufsschulen, in Universitäten und Musikakademien.

Griechenland: Rebetiko. Rebetiko ist eine musikalische Aufführungspraxis, die Gesang und Tanz umfasst. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zunächst in der städtischen Arbeiterklasse verbreitet, gehören Rebetiko-Lieder heute zum Standart-Repertoire bei fast allen gesellschaftlichen Anlässen. Rebetiko-Lieder enthalten Hinweise auf verschiedene griechische Bräuche, Praktiken und Traditionen; vor allem aber ist die Praxis eine lebendige Musiktradition mit starkem symbolischen und künstlerischen Ausdruck. Seit etwa zehn Jahren wird Rebetiko zunehmend in Musikschulen, Konservatorien und Universitäten unterrichtet.

Indien: Kumbh Mela. Das „Krugfest“ ist die größte Versammlung von Pilgern auf der Erde. Nach der Legende werden Pilger durch das Baden im Ganges von Sünden befreit. Zur Gemeinschaft der Praktizierenden gehören Asketen, Heilige, Sadhus, Aspiranten, Kalpavasis sowie Besucherinnen und Besucher. Das Fest findet alle vier Jahre in den Städten Allahabad, Haridwar, Ujjain und Nasik statt und wird von Millionen Menschen besucht. Kumbh Mela umfasst Elemente von Astronomie, Astrologie, Spiritualität, rituellen Traditionen sowie sozialen und kulturellen Bräuchen und Praktiken. Die Weitergabe erfolgt nach dem Lehrer-Schüler-Prinzip, mittels alter religiöser Manuskripte, mündlicher Überlieferungen, historischer Reiseberichte und Texten von Historikern.

Indonesien: Pinisi, die Kunst des Bootsbaus in Süd-Sulawesi. In Indonesien und darüber hinaus ist Pinisi zum Inbegriff des indigenen Segelschiffs des Archipels Süd-Sulawesi geworden. Rund 70 Prozent der lokalen Bevölkerung bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Bootsbau und Schifffahrt. Beides ist Mittelpunkt des täglichen Lebens und prägend für die Identität der Gemeinschaften. Das entsprechende Wissen und Können wird meist innerhalb von Familien weitergegeben. Die Gemeinschaften engagieren sich aktiv für den Erhalt der Kulturform, beispielsweise durch Marketingkampagnen oder Veröffentlichungen.

Iran: Chogān, ein Reitspiel begleitet von Musik und Geschichtenerzählen. Chogān hat im Iran eine mehr als 2.000-jährige Tradition. Zwei Reitermannschaften treten gegeneinander an und versuchen, einen Ball mit einem Holzstab durch die Torpfosten des Gegners zu führen. Chogān beinhaltet das Hauptspiel, eine entsprechende musikalische Darbietung und das Erzählen von Geschichten. Es hat eine starke Präsenz in der Literatur, in Sprichwörtern und selbst im Kunsthandwerk. Chogān gilt darüber hinaus als Praktik, die die Gesundheit von Körper und Seele fördert und eine Verbindung zwischen Natur, Mensch und Pferd herstellt. Traditionell erfolgte die Weitergabe in der Familie. In den letzten Jahrzehnten wurden zusätzlich auch Chogān-Vereinigungen gegründet.

Iran, Aserbaidschan: Die Kunst des Baus und Spielens des Kamantcheh-/Kamancha-Streichinstrument. Das Streichinstrument Kamantcheh/Kamancha („kleiner Bogen“) gibt es seit über 1.000 Jahren. Im Iran und in Aserbaidschan ist es ein wichtiges Element klassischer und folkloristischer Musik, bei Aufführungen nimmt es einen zentralen Platz ein. Die Spielenden können einzeln oder als Teil von Orchestern auftreten. Die Gemeinschaft der Traditionsträgerinnen und -träger besteht aus Handwerkern, Amateur- und Profispielern sowie Lehrerenden und Lernenden. Heute wird das Wissen über das Spiel und die Herstellung von Kamantcheh/Kamancha sowohl innerhalb von Familien als auch in staatlich geförderten Musikinstitutionen und Schulen vermittelt.

Irland: Das Dudelsackspiel ‚Uilleann Piping‘. Irische Volksmusik wird häufig mittels der „Uilleann Pipes“, der irischen Version des Dudelsacks, gespielt. Diese musikalische Praxis spielt eine tragende Rolle anlässlich bedeutender Lebensereignisse wie Hochzeiten oder Beerdigungen. Sie vermittelt ein Gefühl von Heimat und Identität, auch für die irische Diaspora weltweit. Die Weitergabe erfolgt nach dem Meister-Schüler-Prinzip sowie durch moderne Lehrmethoden wie Video- und DVD-Tutorien. Ein Erhaltungsprogramm bestehend aus Forschung, Veröffentlichungen, Unterricht und Training hat zu einem starken Anstieg der Nutzung und Wertschätzung des Instruments und seiner Musik beigetragen.

Italien: Die Kunst des neapolitanischen ‚Pizzaiuolo‘. Die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers ist eine kulinarisch-handwerkliche Praxis. Die Tradition stammt aus Neapel, wo heute etwa 3.000 Pizzaiuoli leben und wirken.
Die Tradition fördert soziale Zusammenkünfte und intergenerationellen Austausch. Jedes Jahr veranstaltet die Vereinigung Neapolitanischer Pizzaiuoli Kurse, die sich mit der Geschichte, den Hilfsmitteln und den Techniken dieser Kunst befassen. Kenntnisse und Fertigkeiten werden hauptsächlich in der „Bottega“ vermittelt, wo junge Lehrlinge Meister bei der Arbeit beobachten und das Handwerk erlernen.

Kasachstan: Traditionelle kasachische Assyk-Spiele. Bei diesem traditionellen Spiel hat jeder Spieler seinen eigenen Satz von „Assyks“, Spielsteine, die aus dem Talusknochen eines Schafes hergestellt werden, und einen bunten „Saka“. Die Spieler benutzen ihren Assyk, um andere Assyks vom Feld zu schlagen. Das Spiel wird vom größten Teil der Bevölkerung Kasachstans, darunter sehr viele Kinder und Jugendliche, gespielt. Es handelt sich um eine Aktivität im Freien, die dazu beiträgt, Freundschaften und soziale Inklusion zu fördern. Häufig wird es bei Festen und Versammlungen gespielt. Assyk wird von Älteren durch Beobachtungen sowie durch Rundfunk- und Fernsehdokumentationen an die Jüngeren weitergegeben.

Kirgisistan: Das traditionelle Pferdespiel ‚Kok Boru‘. Kok Boru ist ein traditionelles Spiel von zwei berittenen Mannschaften. Die Spieler versuchen, einen Ziegenkadaver (heutzutage durch einen Gegenstand ersetzt) in das gegnerische Tor zu manövrieren. Die Gemeinschaft der Praktizierenden umfasst Spieler, die in höheren Liga-, Halbprofi- und Amateurteams zusammengeschlossen sind, sowie die allgemeine Öffentlichkeit. Kok Boru trägt dazu bei, Gemeinschaften unabhängig von ihrem sozialen Status zu vereinen und eine Kultur der Teamarbeit, Verantwortung und des Respekts zu fördern. Der 1998 gegründete nationale Kok-Boru-Verband spielt eine Schlüsselrolle bei der Weitergabe der Tradition.

Laos: Die Khaen-Musik der Laoten. Die Khaen ist ein traditionelles Blasinstrument und zählt zu den asiatischen Mundorgeln. Sie gilt als das musikalische Nationalsymbol der Laoten und wird aus Bambus unterschiedlicher Länge hergestellt. Die Musik, die mit der Khaen gespielt wird, ist integraler Bestandteil des laotischen Lebens und fördert den familiären und sozialen Zusammenhalt. Familien spielen eine wichtige Rolle bei der Weitergabe der Kunst. Darüber hinaus gibt es in vielen Gemeinden Vereine, durch die junge Leute die Fähigkeiten des Khaen-Spielens erlernen können.

Malawi: Nsima, kulinarische Tradition Malawis. Nsima ist sowohl der Überbegriff für die Gesamtheit der kulinarischen Traditionen in Malawi als auch der Name des populärsten Gerichts, das aus Maismehl zubereitet wird. Der Prozess zur Herstellung von Nsima ist aufwendig und erfordert spezifisches Wissen. Das Essen ist eine kommunale Tradition in Familien. Mädchen und Jungen werden früh in die Zubereitung und die dazugehörigen Bräuche einbezogen. Die Gemeinschaften sichern die Tradition durch kontinuierliche Praxis, Publikationen, Festivals und andere Aktivitäten.

Mauritius: Sega tambour der Insel Rodrigues. Sega Tambour ist eine pulsierende rhythmische Aufführung von Musik, Gesang und Tanz. Die Haupttrommel, der Tambour, wird kraftvoll geschlagen, während ein Triyang von der Seite angeschlagen wird und die Bwat und Mayos hin- und her bewegt werden. Es wird überall auf der Insel Rodrigues gespielt und hat seinen Ursprung in den ehemaligen Sklavengemeinschaften. Wettbewerbe und Proben werden in Gemeindezentren organisiert, Aufführungen gibt es auch in touristischen Einrichtungen. Das Wissen und Können wird durch Nachahmung und Beobachtung von den Älteren an die Jugend weitergegeben. Die Fähigkeiten zur Herstellung der Instrumente werden im Rahmen einer Ausbildung erlernt.

Ehem. jugoslawische Republik Mazedonien, Türkei: Das Frühlingsfest Hıdrellez. Das Frühlingsfest Hıdrellez findet jährlich am 6. Mai statt, der als Frühlingstag bzw. ‚Tag des Erwachens der Natur‘ bezeichnet wird. Zu dem Fest werden verschiedene Zeremonien und Rituale im Zusammenhang mit der Natur durchgeführt, die das Wohlergehen von Familie und Gemeinschaft gewährleisten sowie Vieh und Feldfrüchte für das kommende Jahr schützen sollen. Das Fest ist ein wichtiger Teil der kulturellen Identität der lokalen Bevölkerungen. Das dazugehörige Wissen und Können wird innerhalb der Familie und zwischen den Mitgliedern der lokalen Gemeinschaften weitergegeben.

Niederlande: Handwerk des Müllers, der Wind- und Wassermühlen betreibt. Mühlen und das Müllerhandwerk spielen in den Niederlanden eine bedeutende soziale und kulturelle Rolle. Es gibt derzeit ungefähr vierzig hauptamtliche Müller in den Niederlanden; gemeinsam mit Ehrenamtlichen halten sie das Handwerk lebendig. Die 1972 gegründete Innung Ehrenamtlicher Müller umfasst rund 100 Ausbildende sowie elf Meistermüller. Sie führen zum Erhalt des Handwerks Weiterbildungen, Exkursionen, Konferenzen und pädagogische Maßnahmen in Schulen durch. Seit Gründung der Innung haben fast 2.000 Interessierte eine Müllerqualifikation erworben.

Panama: Handwerkliche Prozesse und Pflanzenfasertechniken zum Weben von Talcos, Crinejas und Pintas zur Herstellung der Pintao-Hüte. Der traditionelle und populäre Pintao-Strohhut wird aus den Fasern von Palmblättern, Schilf oder Agaven geflochten. Er ist landesweit fester Bestandteil regionaler Outfits und kann, je nachdem wie er getragen wird, sogar Auskunft über die Gemütslage seinen Trägers geben. Vor einiger Zeit wurde ein Pintao-Gedenktag eingeführt. Es gibt zahlreiche Bemühungen das spezifische handwerkliche Wissen und Können zu erhalten, unter anderem durch die Organisation von Handwerksmärkten, Messen und Webe-Wettbewerben.

Peru: Traditionelles System der Wasserrichter von Corongo. Das System, das bis in die Zeit vor den Inka zurückreicht, dient der gerechten und nachhaltigen Verteilung der Ressource Wasser. Es reguliert die landwirtschaftliche Praxis der lokalen Bauern und entspricht deren Grundprinzipien von Solidarität, Gerechtigkeit und Respekt vor der Natur. Die höchste Autorität ist der Wasserrichter, der das Wasser verwaltet und auch Feste in Corongo organisiert. Funktion, Bedeutung und Wert des Systems werden innerhalb der Familie und durch die Öffentlichkeit weitergegeben.

Portugal: Tonfiguren-Handwerk in Estremoz. Dieses Handwerk ist stark mit der Region Alentejo verbunden; die Mehrheit der Tonfiguren stellt natürliche Gegebenheiten, lokale Ereignisse oder Volkstraditionen dar. Über mehrere Tage werden die Figuren zusammengebaut, in einem elektrischen Ofen gebrannt und anschließend bemalt und mit Lack überzogen. Die Weitergabe der Techniken wird durch Bildungswerkstätten, pädagogische Initiativen der Handwerker und das Zentrum zur Förderung und zum Erhalt der Estremoz-Tonfiguren sichergestellt. Kunsthandwerker beteiligen sich auch aktiv an Erhaltungsmaßnahmen in Schulen, Museen und auf Messen.

Serbien: Traditioneller Volkstanz ‚Kolo‘. Beim Kolo tanzen Jung und Alt zu Musik in einem Kreis. Der Volkstanz hat eine wichtige integrative soziale Funktion. Er wird zu wichtigen Feierlichkeiten aufgeführt. Seine Lebendigkeit wird auch durch die Organisation lokaler, regionaler und nationaler Messen, Festivals und Wettbewerbe gewährleistet. Lernen durch direkte Teilnahme ist die gängigste Art, das Können zu vermitteln. Das Wissen um die Praxis kann auch durch das formale Bildungssystem und in Ballett- und Musikschulen erworben werden.

Slowakei: Mehrstimmiger Gesang der Region Horehronie. Diese Gesangsform ist durch eine variable Solomelodie und mehrere statische Chorantworten gekennzeichnet. Der Gesang gipfelt in ineinander verschlungenen parallelen Melodien mit reichen Variationen, die zwei- oder dreistimmig sind. Die meisten Lieder thematisieren landwirtschaftliche Arbeit, die Familie und spezielle Ereignissen im Jahresverlauf. Neue Lieder entstehen in Reaktion auf gesellschaftliche Ereignisse. Die Praxis wird vor allem in Familienkreisen und lokalen Folkloregruppen weitergegeben.

Slowenien: Die ‚Tür-zu-Tür-Runden‘ der Kurent. Bei diesem bedeutenden Fastnachtsbrauch laufen zottelige wilde Gestalten, die Kurent, von Haus zu Haus, bilden einen Kreis und springen um die Bewohnerinnen und Bewohner herum.
Laut Legende verjagen sie alle bösen Wintergeister und bringen denen, die sie besuchen, Glück. Männer, Frauen und Kinder sind an allen Aspekten des Brauchs beteiligt. Ein wichtiger Träger ist die Föderation der Kurent-Verbände. Die Praxis trägt dazu bei, zwischenmenschliche Bindungen zu stärken und ist für die regionale Identität von entscheidender Bedeutung. Auch Kindergärten, Schulen und Museen fördern die Tradition.

Schweiz: Basler Fasnacht. Die Basler Fasnacht ist der größte Karneval der Schweiz, der am Montag nach Aschermittwoch beginnt und 72 Stunden dauert. Zwei Paraden bringen kostümierte Karnevalisten zusammen. Für Kinder gibt es einen eigenen Erlebnistag. Rund 20.000 Menschen nehmen aktiv an der Fasnacht teil, etwa 200.000 Schweizer und ausländische Besucherinnen und Besucher kommen zu dem Fest. Der Karneval trägt zum sozialen Zusammenhalt bei, fördert Toleranz durch Gesellschaftskritik und trägt auch zur Wahrung des lokalen Dialekts bei. Er wurde in den vergangenen Jahrzehnten erfolgreich durch Maßnahmen der Trägergemeinschaften und die kontinuierliche Unterstützung der Behörden gesichert.

Turkmenistan: Kushtdepdi-Ritual des Singens und Tanzens. Zu diesem Ritual gehört kreative Poesie. Die Aufführungskunst dient als Medium für die Übermittlung guter Wünsche und ist ein untrennbarer Bestandteil von Zeremonien und Festen. Die Praktizierenden sind Meistersänger und -tänzer. Das Kushtdepdi-Ritual wirkt als Brücke zwischen den Generationen und basiert auf geteilten spirituellen und kulturellen Werten. Das Wissen und Können wird traditionell von Meistersängern an Amateure weitergegeben. Das Erlernen ist auch in Musikschulen und Kulturzentren möglich. Die Kulturträgergruppen beteiligen sich an der Zusammenstellung von Lehrmitteln über die Praxis.

Vietnam: Die Kunst von Bài Chòi in Zentralvietnam. Bài Chòi ist eine vielfältige Kunst, die Musik, Poesie, Schauspiel, Malerei und Literatur verbindet. Sie hat zwei Hauptformen: die Spiele und die Aufführung. Bài Chòi-Spiele beinhalten ein Kartenspiel in Bambushütten während des Neujahrsfestes. Bei Bài Chòi-Aufführungen treten männliche und weibliche Künstler auf. Die Kunst von Bài Chòi ist eine wichtige Kultur- und Freizeitbeschäftigung in den Dorfgemeinschaften. Darstellende und ihre Familien spielen eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der Praxis, indem sie den jüngeren Generationen Liederrepertoires, Gesangskenntnisse, Spieltechniken und Kartenherstellungsmethoden beibringen.

Hintergrundinformationen 

Der Zwischenstaatliche Ausschuss setzt sich aus 24 gewählten Vertragsstaaten der Konvention zum Immateriellen Kulturerbe zusammen. Er entscheidet jährlich über die Aufnahme neuer Kulturformen in die UNESCO-Listen des Immateriellen Kulturerbes. 398 Formen des Immateriellen Kulturerbes sind jetzt auf der internationalen Repräsentativen Liste eingetragen, 53 Elemente auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes und 17 gute Praxisbeispiele zur Erhaltung Immateriellen Kulturerbes. Kriterien für die Anerkennung sind unter anderem eine nachweisbare Lebendigkeit und eine identitätsstiftende Komponente für die Trägergemeinschaft der Kulturform, die Entwicklung von Erhaltungsmaßnahmen, eine weitreichende Beteiligung der Trägergemeinschaft und die Eintragung in ein nationales Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes. Mit der Einschreibung verpflichten sich die Vertragsstaaten, das Immaterielle Kulturerbe auf ihrem jeweiligen Staatsgebiet zu fördern.

Weitere Informationen

unesco.de/home.html

Webseite der zwölften Sitzung des Zwischenstaatlichen Ausschusses zum Immateriellen Kulturerbe

Nominierungsdossier Orgelbau und –musik

Nominierungsfilm Orgelbau und -musik

Orgelbauer und Organisten in Deutschland im Portrait

FAQ Immaterielles Kulturerbe

Kategorie: 
Allgemeine News
Enthalten in

Region: International, Bundesweit | Sparte: Interdisziplinär, Musik, Soziokultur | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Meldung |