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YEAH! kürt sechs europäische Musikvermittlungsprojekte

17.09.2013
Preisträger des Young EARopean Award. Foto: Mark Bollhorst

Mit einer festlichen Gala zur Verleihung des Young EARopean Award ist das YEAH! Festival in Osnabrück zu Ende gegangen. 136 Bewerber aus 21 Nationen hatten ihre Projekte eingereicht, 15 wurden von einer internationalen Jury nominiert und präsentiert. Sechs Produktionen aus den Ländern Luxemburg, Belgien, Portugal, Deutschland und Schweden wurden mit dem europäischen Preis für innovative Musikprojekte ausgezeichnet. Auf der Bühne im Schloss Osnabrück durften sie das Preisgeld (insgesamt 40.000 Euro) und die YEAH! Trophäe entgegen nehmen, die eigens vom Osnabrücker Künstler Volker-Johannes Trieb geschaffen wurde.

In der Kategorie „Performance“ wurden in diesem Jahr vier Produktionen ausgezeichnet. Die perkussive Bühnenshow „Drumblebee“ von Quatuor Beat und der Philharmonie Luxemburg in Zusammenarbeit mit der Kölner Philharmonie, dem Luzern Festival und den Grazer Spielstätten überzeugte die Jury unter dem Aspekt der herausragenden künstlerischen Qualität. Im Hinblick auf das beste Konzept wurde dem Projekt „Come in!“ von den Göteborger Sinfonikern der Award überreicht. „Come in!“ lädt Kinder vor dem Konzerterlebnis zur musikalischen Begegnung mit den Künstlerinnen und Künstlern in Wohnwägen vor dem Konzerthaus ein. Der YEAH! Award für das innovativste Projekt ging an „Concerts for Babies“ von Musicalmente aus Portugal. „Listen to the Silence – a Journey with John Cage”, ein Projekt der belgischen Zonzo Compagnie gewann den YEAH! Award für den besten kreativen Prozess. In der Kategorie „Process“ konnten sich zwei nominierte Produktionen über einen Preis freuen: das Projekt „Notations“ des Klavierfestivals Ruhr, in dem sich unterschiedliche Altersgruppen kompositorisch mit Pierre Boulez‘ Werk „Notations“ auseinandersetzen und „Feel the Music“ des Mahler Chamber Orchestra, ein Musikerfahrungsprojekt für taube und schwerhörige Kinder.

Musikvermittler locken – in den letzten Jahren verstärkt – junges Publikum in ihre Veranstaltungen und wollen sie zum Musikgenuss verführen, im eigenen Auftrag oder im Auftrag von Konzerthäusern, Orchestern und Theatern. Ihre Motive: Das Publikum droht zu überaltern, und die Konkurrenz mit anderen Freizeitmärkten wird immer größer. Stand zu Beginn des jungen Berufsbildes „Musikvermittler“, angesiedelt zwischen Pädagoge und Künstler, noch das Werk, insbesondere das aus der so genannten Klassischen Musik, im Mittelpunkt, so haben sich die Inhalte inzwischen explosionsartig erweitert. Vermittelt wird Neue Musik an jüngere Menschen, Pop an ältere Klassikhörer, Musik an Babies, Immigranten, Menschen mit Handicap oder sozialen Deprivationen. Der Markt ist riesig, die Player sind zahlreich und international. Das YEAH! Festival hat es sich zur Aufgabe gemacht, über mehrere Tage den State of the Art im europäischen Feld der Musikvermittlung abzubilden und zur Diskussion zu stellen. Begegnungen durch Musik über Ländergrenzen hinweg zogen sich als roter Faden durch das Festival. 2011 war der Startschuss gefallen, nun fand das Festival zum zweiten Mal in Osnabrück statt: als Stadtfestival, als Symposium und als Marktplatz für Europas Musikvermittlerinnen und -vermittler.

Durch die Preisverleihungs-Gala führten Lydia Grün und die Osnabrücker Schülerin Dara-Lisa Szielinski im Duo. Die junge Ko-Moderatorin war im YEAH! Casting in der Woche zuvor aus vier finalen Kandidatinnen und Kandidaten ausgewählt worden. Das renommierte Fauré Quartett hatte nicht nur die künstlerische Patronage für den Award, es spielte auch im Rahmen der Preisverleihung. Die niedersächsische Kulturministerin Gabriele Heinen-Kljajic, Osnabrücks Bürgermeisterin Birgit Strangmann, der Geschäftsführer der Deutschen Orchestervereinigung Gerald Mertens und der Leiter der Klangkörper beim NDR Rolf Beck überreichten die Preise.

Enthalten in

Region: International, Europaweit | Sparte: Musik, Theater | Thema: Altersübergreifend, Aus- und Weiterbildung, Außerschulische Kinder- und Jugendbildung, Frühkindliche Bildung | Textsorte: Bericht |