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"Früher war mehr Konfetti" - netzwerk junge ohren (njo) feiert Zehnjähriges am 13.9.2017 in Berlin

11.09.2017

Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens lädt das erste internationale Netzwerk für Musikvermittlung netzwerk junge ohren (njo) am 13. September 2017 zur Geburtstagsparty in das Forum c13 in der Christburger Straße 13, 10405 Berlin ein. 2007 gegründet, zählt das netzwerk junge ohren (njo) heute über 250 Institutionen und Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Musiklebens zu seinen aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Neun große Musikverbände aus Deutschland, Österreich und der Schweiz tragen den Verein.

Mit seinen Projekten JUNGE OHREN PREIS, KLANGRADAR BERLIN sowie den bisher fünf Regionalen Arbeitskreisen und Konferenzformaten ist das njo weit über die Landesgrenzen hinaus aktiv. Im Zusammenspiel mit Partnerinnen und Partnern wie Musikvermittlung Schweiz+ ermöglicht es grenzüberschreitenden Austausch zwischen Akteurinnen und Akteuren sowei Expertinnen und Experten der Musikvermittlung. Als Impulsgeber für die Klassikszene hat das netzwerk junge ohren in den vergangenen zehn Jahren viel bewegt. Musikvermittlung boomt und ist so aktuell wie nie. Im Fokus steht der Aspekt Teilhabe im Feld klassischer Musik. Internationale Bühnen und Festivals bauen ihr Angebot für junge Ohren mit Blick auf neues Publikum aus. Konzerthäuser wie die neu eröffnete Elbphilharmonie erklären Education-Arbeit zu einem Herzstück ihrer Arbeit. Klassische Musik hat mit neuen Formaten und Präsentationsformen an Strahlkraft und Relevanz gewonnen. Das Konzertpublikum hat sich verjüngt und das Interesse an klassischer Musik wächst. Statistiken wie der Spartenbericht Musik des Statistischen Bundesamtes Wiesbaden 2017 und die concerti Klassikstudie 2016 und untermauern diese Trendwende. Zahlen, die der kontinuierlichen Arbeit des netzwerk junge ohren Rückenwind geben. Musikvermittlung ist heute ein professionelles Handlungsfeld, das programmatisch für ein lebendiges Musikleben am Puls der modernen Gesellschaft steht.  

Hintergrund

10 Jahre netzwerk junge ohren - Rückblick und Ausblick
Unter dem Motto "Früher war mehr Konfetti" blickt das erste internationale Netzwerk für Musikvermittlung auf dynamische Anfangsjahre zurück. Der Verein erzählt eine zehnjährige Erfolgsgeschichte: Denn die überregionale Vernetzungsarbeit und Modellprojekte des netzwerk junge ohren (njo) haben das Thema Vermittlung auf die große Bühne gebracht. Heute ist Musikvermittlung ein professionelles Handlungsfeld, das programmatisch für ein lebendiges Musikleben am Puls der modernen Gesellschaft steht.

Projekte – Qualifizierung – Exzellenz
Das netzwerk junge ohren bespielt dieses Feld auf drei Ebenen. Mit seinen Projektbüros greift der Verein im Verbund mit Förderpartnerinnen und -partner aktuelle Themen auf wie kulturelle Teilhabe („Kultur öffnet Welten“), Komponieren in der Grundschule („KLANGRADAR BERLIN“) oder die integrierende Kraft der Künste („The Power of the Arts“). Der Geschäftsbereich Qualifizierung basiert auf den fünf regionalen Arbeitskreisen, die vom njo koordiniert und moderiert werden. Hier treffen sich Praktikerinnen und Praktiker der Musikvermittlung von nahezu allen großen Häusern und Musikinstitutionen in Deutschland ebenso wie freiberufliche Akteurinnen und Akteure zum kollegialen Fachaustausch. Hinzu kommt die Ausrichtung von Tagungen und Denkfabriken. Über die Jahre sind zudem tragfähige Bündnisse mit Partnerinnen und Partnern in der Schweiz, Österreich und Luxemburg entstanden, die den Transfer von Kompetenzen und Fertigkeiten sicherstellen und beleben. Für den Bereich Exzellenz steht der JUNGE OHREN PREIS. Er war die erste Marke der jungen Institution ab 2007 zunächst in der Auszeichnung herausragender Produktionen für neues Publikum. Mit seiner neuen Konzeption sucht der Wettbewerb seit 2016 in seinen beiden Kategorien Programme und Persönlichkeiten aus, die für eine konsistente und beispielhafte Vermittlungsarbeit und -Haltung stehen.

Von der Idee zur Institution – 2007 bis heute
„Das Netzwerk hat sich als Vorreiter im fachlichen Diskurs etabliert. Und nicht nur dort: Mit ‚Kultur öffnet Welten‘, einer bundesweiten Initiative von Kulturstaatsministerin Monika Grütters, ist das njo auch in der gesellschaftspolitischen Arena ganz oben angekommen“, freut sich Gerald Mertens von der Deutschen Orchestervereinigung (DOV), einer der Hauptinitiatoren des Vereins. „Der Gründungsimpuls für das netzwerk junge ohren fiel in der Startphase des wachsenden Bewusstseins für Education und Musikvermittlung in Orchestern und im gesamten öffentlich geförderten Orchesterbereich in Deutschland.“ Der beste Zeitpunkt also, eine Anlaufstelle für alle Institutionen und Akteurinnen und Akteure des deutschsprachigen Musiklebens zu gründen, um den Aspekt der Teilhabe im Feld klassischer Musik fachlich wie schöpferisch zu professionalisieren. 2007 riefen Deutsche Orchestervereinigung (DOV) und Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) zusammen mit weiteren Verbänden und Organisationen des Musiklebens das netzwerk junge ohren ins Leben. Heute stehen als Träger hinter dem Verein neben den Initiatoren DOV und JMD der Deutsche Musikverleger-Verband, der Bundesverband Musikindustrie, die Schweizerische Interpretengenossenschaft, der Schweizerische Musikerverband, die österreichische younion – die Daseinsgewerkschaft, der Verband deutscher Musikschulen und die Stiftung Zuhören.

Ausblick
Seit seiner Gründung 2007 fußt die Finanzierung des netzwerk junge ohren auf starken Förderpartnerinnen und -partnern, die seine Modellprojekte mit ihrer Förderung/Finanzierung unterstützen und ermöglichen. Das prägt die Arbeit, wie Geschäftsführerin Lydia Grün beschreibt: „Projektförderung hat immer den Charme des sportlichen Wettbewerbs und der ständigen inhaltlichen Beweglichkeit.“ Ein Wunsch für die Zukunft ist, „auch aus Fehlern lernen  dürfen und mehr als Piloten am Fließband produzieren.“ Der Einsatz für professionelle Beschäftigungsformen und neue Standards im Feld der Musikvermittlung liegt ihr daher auch für die Zukunft auf allen Ebenen am Herzen – für die Musikvermittlerinnen und Vermittler, aber auch für die Arbeit des netzwerk junge ohren: „Wir haben noch viel vor. Ein großes Thema ist ‚der ländliche Raum‘ sowie das Teilhabe als Moment der Demokratiestärkung. Fragen der Digitalisierung stehen weit oben auf unserer Agenda und nicht zuletzt geht es uns um Vergütung und Beschäftigungsverhältnisse in der Musikvermittlung.“

Weitere Informationen

www.jungeohren.de

Kategorie: 
Allgemeine News
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Region: International, Bundesweit | Sparte: Museum | Thema: Altersübergreifend | Textsorte: Meldung |